Wizards gewinnen Krimi gegen Lich
78:76 – io College Wizards zeigen starke Reaktion und behalten in einer spannenden Schlussphase die Nerven
Die io College Wizards haben im ersten Heimspiel der Saison die richtige Reaktion gezeigt. Nach den jüngsten Entwicklungen und dem schwierigen Auftakt in Stuttgart präsentierten sich die KIT Basketballer vor heimischem Publikum über weite Strecken wie ausgewechselt. Mit viel Energie, hoher Intensität und einem geschlossenen Teamauftritt erkämpften sich die Wizards gegen starke Licher am Ende einen 78:76-Erfolg und sorgten für einen spannenden Basketballabend in der Friedrich-List-Sporthalle.
Als Favorit waren die Gastgeber dabei nicht in die Partie gegangen. Die Gäste aus Lich hatten ihre Mannschaft ebenfalls verändert, sich dabei aber gezielt verstärkt. Mit Jonathan Meier kam ein 212 Zentimeter großer Center direkt aus der ProA, US-Amerikaner Jarvis Walker brachte viel offensive Qualität mit. Dazu verstärkte Michael Agyemang, ein knapp zwei Meter großes Kraftpaket aus dem ehemaligen Ligakonkurrenten TV Langen, die Mannschaft. Gesteuert wird das Team von Tim Schneider, der über Jahre Erfahrung in der ProB gesammelt hat.
Auch die Wizards mussten kurzfristig reagieren. Tom Arkan fiel kurzfristig aus, zudem stand hinter dem Einsatz von Vitalii Malchevskyi zunächst ein Fragezeichen.
„Nach den jüngsten Entwicklungen sind wir sicher nicht als Favorit in die Partie gegangen. Der kurzfristige Ausfall von Tom Arkan und das Fragezeichen hinter Vitalii waren keine guten Voraussetzungen. Umso schöner war die Reaktion des Teams. Wir haben von Anfang an als Mannschaft agiert und verteidigt und uns den Sieg erkämpft. Auf dieser Leistung können wir aufbauen“, so Headcoach Zoran Seatovic.
Wizards starten intensiv
Die Partie begann auf beiden Seiten intensiv. Die Wizards erspielten sich gute Möglichkeiten, mussten allerdings bis zur dritten Minute auf den ersten Treffer warten. Aus einem 4:9-Rückstand machten die Gastgeber schnell ein 9:9 und fanden zunehmend besser in ihre Offensive.
Mit einem 14:9 zwangen die Wizards Lich zur ersten Auszeit. Die Unterbrechung zeigte Wirkung, dennoch behaupteten die Gastgeber bis zum Ende des ersten Viertels einen kleinen Vorsprung und gingen mit 20:17 in die erste Pause.
Im zweiten Abschnitt erwischten die Gäste den besseren Start. Lich eröffnete das Viertel mit einem 6:0-Lauf, während die Wizards erneut einige Minuten benötigten, um offensiv wieder in den Rhythmus zu finden. Marcel Davis und Jamyus Jones sorgten anschließend für den Ausgleich und brachten wieder Struktur ins Angriffsspiel.
Die Licher fanden jedoch immer wieder Lösungen gegen die Defensive der Wizards. Mit ihrer großen Formation kamen sie zu einigen einfachen Punkten und nutzten eine kurze Schwächephase der Wizards. Zur Halbzeit lagen die io College Wizards dadurch mit 31:37 zurück.
Starke Reaktion nach der Pause
Direkt nach dem Seitenwechsel zeigten die Wizards erneut die richtige Reaktion. Die Defensive wurde aggressiver, mehrere Stops führten zu einfachen Punkten und aus dem Rückstand wurde eine 42:40-Führung.
Beide Mannschaften schenkten sich nun nichts. Die Wizards konnten sich mehrfach leicht absetzen und erspielten sich zwischenzeitlich sogar einen Vorsprung von fünf Punkten. Doch Lich hatte mit Tim Schneider und insbesondere Jarvis Walker die passenden Antworten.
„Uns war klar, dass die beiden das Spiel prägen werden. Walker ist ein sehr effektiver Scorer, der schwer zu stoppen ist. Er hat uns viel Energie gekostet. Tim Schneider ist kein Unbekannter und hat Walker und die großen Spieler unter dem Korb sehr gut bedient und uns immer wieder bestraft. Das war schwer zu verteidigen. Ich bin froh, dass wir am Ende noch genügend Energie hatten, um das Spiel für uns zu entscheiden“, erklärte Seatovic.
Nach einem ausgeglichenen dritten Viertel ging es beim Stand von 54:54 in den Schlussabschnitt.
Dramatische Schlussphase
Die Wizards starteten entschlossen in das letzte Viertel. Vitalii Malchevskyi eröffnete den Abschnitt mit einem Dreier und brachte die Wizards erneut in Führung. Lich tat sich zunächst schwer mit der Intensität der Wizards und konnte mehrere Angriffe nur durch Fouls stoppen. Die Wizards nutzten die Möglichkeiten an der Freiwurflinie und bauten ihren Vorsprung auf 64:57 aus.
Doch die Partie blieb völlig offen. Vor allem Jarvis Walker hielt die Gäste nahezu im Alleingang im Spiel. Allein in den letzten fünf Minuten erzielte der US-Amerikaner elf Punkte und sorgte 25 Sekunden vor dem Ende mit einem Dreier für den erneuten Ausgleich. Die Antwort der Wizards kam von Jamyus Jones. Der Guard traf zwei wichtige Distanzwürfe und brachte seine Mannschaft 36 Sekunden vor Schluss mit 74:71 in Führung.
Lich antwortete erneut über Walker, der schnell ein Foul zog und beide Freiwürfe verwandelte. Auf der anderen Seite ging Vincent Hennen an die Linie und traf ebenfalls einen von zwei Versuchen. Michael Acosta sicherte sich jedoch den Offensivrebound und wurde dabei gefoult. Auch er verwandelte einen Freiwurf. Doch erneut fand Walker die Antwort und traf einen schnellen Dreier zum 76:76. Dann kam der entscheidende Moment: 5,5 Sekunden vor dem Ende foulten die Gäste Jamyus Jones. Der Guard blieb cool und verwandelte beide Freiwürfe zur 78:76-Führung.
Lich nahm noch einmal die Auszeit und brachte anschließend Walker in eine gute Position für den letzten Wurf. Vitalii Malchevskyi stand jedoch richtig, blockte den Versuch und machte damit den ersten Heimsieg der Saison perfekt.
„Wir waren in dieser Phase teilweise zu unachtsam, was sicher auch an der fehlenden Energie lag. Beide Teams waren am Ende ziemlich am Limit. Auch das letzte Foul der Licher kurz vor Schluss war aus meiner Sicht ein Konzentrationsfehler, der uns direkt die Möglichkeit zu den entscheidenden Freiwürfen gegeben hat“, so Seatovic.
Besonders zufrieden zeigte sich der Headcoach auch mit Neuzugang Stephan Jones, der nach nur drei Trainingseinheiten bereits seine ersten Minuten im Wizards-Trikot absolvierte und sich schnell in die Mannschaft einfügte.
„Ich freue mich über die Leistung und vor allem über die Reaktion des Teams. Auch Stephan hat sich nach nur drei Trainingseinheiten bereits gut integriert. Genau diese Mentalität müssen wir jetzt beibehalten und weiter daran arbeiten.“