Drama auf und neben dem Spielfeld – Spiel drei in Schwenningen
Was für eine Kulisse, was für ein Spiel der io College Wizards am gestrigen Freitag in Karlsruhe!
Vor einer völlig ausverkauften Sporthalle Friedrich-List lieferten sich beide Teams ein hochintensives Spiel, das sowohl Spielern als auch Zuschauern alles abverlangte – und am Ende durch einen Fehler bei der Eintragung des Gästekaders überschattet wurde, der den Gästen nachträglich den Sieg kostete.
Von der ersten Minute an entwickelte sich eine enorme Intensität, die nur von der Lautstärke der Zuschauer übertroffen wurde. Den besseren Start erwischten die Wizards, die von Beginn an ihren klaren Siegeswillen zeigten. Geduldig ausgespielte Angriffe führten zu sehenswerten Abschlüssen und brachten Wizards-Scharfschütze Vincent Hennen früh ins Spiel.
Die Panthers reagierten schnell, nahmen früh ihre erste Auszeit und brachten Ordnung in ihre Reihen. In der Folge starteten sie einen Lauf und entschieden das erste Viertel knapp mit 16:15 für sich.
Auch im zweiten Viertel blieb das Spiel offen. Beide Teams präsentierten schnellen und attraktiven Basketball, der Vorsprung wechselte mehrfach. Keiner Mannschaft gelang es, sich entscheidend abzusetzen, sodass es mit einem 37:41 aus Sicht der Wizards in die Halbzeitpause ging.
Das dritte Viertel gehörte dann den KIT-Basketballern. Von Beginn an fanden die Wizards ihren Rhythmus und machten es den Panthers zunehmend schwer. Besonders Tom Arkan setzte in dieser Phase offensive Akzente und verwandelte wichtige Distanzwürfe. „Wir haben von Beginn an richtig guten Basketball gespielt. Vor allem im dritten Viertel haben wir an beiden Enden des Feldes sehr gut funktioniert. Die Halle hat uns getragen und uns unglaublich viel Energie gegeben – die Stimmung war einmalig“, so Headcoach Seatovic.
Mit einer 57:53-Führung gingen die Wizards ins Schlussviertel. Trotz kurzer Rotation hielten sie die Intensität hoch und verteidigten ihre Führung lange Zeit souverän. Doch rund vier Minuten vor dem Ende kam es zu einem Bruch im Spiel der Gastgeber. Dies nutzten die Panthers – allen voran Denis Zelenaj – konsequent aus und zwangen die Wizards in eine letzte Auszeit.
Diese brachte nicht die erhoffte Wende. Am Ende setzten sich die Panthers mit 73:66 auf dem Spielfeld verdient durch. Was danach folgte, sorgte jedoch für ein unerwartetes Nachspiel.
„Für uns hat dieses Spiel einen faden Beigeschmack, da sich die Panthers sportlich das Finale verdient haben. Andererseits sind die Regularien klar – und kein Team hat darauf Einfluss“, erklärte Headcoach Seatovic.
Was ist passiert?
Vor Spielbeginn reicht jede Mannschaft eine Kaderliste ein, die am Anschreibetisch eingetragen wird. Die endgültige Verantwortung liegt jedoch beim Trainerstab beziehungsweise beim Headcoach, der den eingetragenen Kader sowie die Starting Five mit seiner Unterschrift bestätigt.
Die Wizards mussten kurzfristig Vitali Malschevskyi von der Kaderliste streichen, da er vom Teamarzt nicht freigegeben wurde. Andererseits blieb den Panthers aus Schwenningen im Rahmen des offiziellen Spielablaufs das Fehlen ihres eigenen Spielers mit der Nummer 23 im vom Anschreibetisch geführten Kader unbemerkt.
In einem solchen Fall sieht das Regelwerk einen Spielverlust für das betroffene Team vor. Somit kommt es nun doch zu einem entscheidenden dritten Spiel in Schwenningen.
„Wir haben uns bereits in der Kabine verabschiedet und den Panthers zum Sieg gratuliert. Dann kam die Entscheidung. Jetzt gibt es doch noch ein Spiel drei – mit einem sehr faden Beigeschmack“, so Seatovic abschließend.